Soul Man

Die 1960er Jahre waren in der populären Musik die Hochzeit des Soul. Begnadete Stimmen wie Solomon Burke, Otis Redding und Sam Cook sind nur drei von unzähligen Aushängeschildern dieser Musik, deren Einflüsse heute noch deutlich zu spüren sind.

Soul war dabei nie nur Inbegriff für Liebesballaden wie “Let’s get it on” oder “Cry To Me”. Er ist auch Ausdruck des Kampfes für Gleichberechtigung und Bürgerrechte der afroamerikanischen Bevölkerung. Ein Plädoyer für Herz und Leidenschaft im privaten wie im öffentlichen Leben kommen in der Musik des Soul zum Ausdruck. Hank Ballards “How you gonna get respect (if you haven’t cut your process yet)” beispielsweise ruft die schwarze Bevölkerung der USA dazu auf, sich zu ihrem Aussehen, ihrer Kultur, schließlich zu sich selbst zu bekennen. Dieser Song ist ebenso ein Beispiel dafür, wie der Soul sich weiterentwickelte hin zum Funk – hier ist an allererster Stelle der sogenannte “Godfather of Funk & Soul” zu nennen, Mr James Brown – und Nährboden wurde für Weltstars der 1980er Jahre wie Michael Jackson.

Ähnlich dem Blues und dem Jazz zuvor, so war auch der Soul nicht nur Musik von Afroamerikanern für Afroamerikaner, sondern eroberte auch Herz und Ohr der weißen Bevölkerung. “Blue-Eyed Soul” wurde zum Ausdruck für weiße Künstler, die sich dem Soul verschrieben oder sich daran anlehnten. Von Christina Aguilera bis Dusty Springfield (“Son of a Preacher Man”) reicht die Geschichte weißer Soulmusiker zurück. Auch daran lässt sich erkennen, wie diese Musik die Pole der amerikanischen Gesellschaft einander ein Stück näher brachte.